» Die nächsten Gruppen

 Tamra




Partnerschaft mit der arabischen Gemeinde Tamra in Israel unter dem Motto:

DEIN HAUS IST MEIN HAUS
MEIN HAUS IST DEIN HAUS


Entstehung der Partnerschaft 1982

Zitate aus der Broschüre des Landesjugendring Bremen e.V.

"Der Landesjugendring Bremen versucht durch seine Internationalen Jugendbegegnungen Brücken der Freundschaft zu Menschen in anderen Ländern zu schlagen. Aufgrund des Massenmordes der Hitler-Faschisten an den Juden in ganz Europa während des Zweiten Weltkrieges empfanden demokratische Jugendverbände eine besondere Verpflichtung nach Israel zu fahren, um kundtun zu können, dass sie aufrichtig bereit sind, "Zeichen der Versöhnung" zu setzen. In diesem Geiste organisierte der Landesjugendring bereits 1962 eine Fahrt nach Israel. In den bilateralen Jugendaustausch zwischen Israel und der BRD wurden jedoch überwiegend jüdische junge Bürger einbezogen und die in Israel lebende arabische Minderheit nicht berücksichtigt. Die Begegnungen in Israel ermöglichten einen guten Einblick in die jüdische Gesellschaft. Allerdings wurden die Probleme der arabischen Minderheit - wenn überhaupt - nur am Rande gestreift."
"Aufgrund des Besuches von Mohammed Kanaan, damaliger Bürgermeister der arabischen Stadt Tamra, und Raya Rotem, Sprecherin des Komitees gegen den Krieg im Libanon, 1982 in Bremen, wurde der Wunsch an uns herangetragen, einen Jugendaustausch mit der arabischen Minderheit (in diesem Fall: die Gemeinde Tamra) ins Leben zu rufen. Dieser Wunsch wurde von den Gremien des Landesjugendringes Bremen positiv aufgenommen."


"Erklärung des Landesjugendringes Bremen vom 1. Februar 1986 zur INTERNATIONALEN JUGENDBEGEGNUNG zwischen dem Landesjugendring Bremen und der arabischen Gemeinde Tamra im Rahmen des deutsch-israelischen Jugendaustausches

Die Internationale Jugendbegegnung des Landesjugendringes Bremen mit der arabischen Gemeinde Tamra in Israel dient der internationalen Verbundenheit, der Toleranz und der Verständigung zwischen den Völkern.
In den bilateralen Jugendaustausch zwischen Israel und der BRD werden überwiegend jüdische Bürger einbezogen. Die Begegnungen in Israel ermöglichen einen Einblick in die jüdische Gesellschaft. Wir betrachten die Einbeziehung der Palästinenser in den Austausch als eine positive Weiterentwicklung.
Als Deutsche im Nahost-Konflikt Stellung zu beziehen bedeutet, unsere Geschichte mit einzubeziehen. Ein Deutscher, der die Geschichte leugnet und forsch behauptet, wir müssten die Vergangenheit begraben und hinter uns lassen, betreibt das Geschäft der Neonazis und verdrängt unsere Verantwortung vor der Geschichte und für die Zukunft.
Wir, die Nachgeborenen, die junge Generation, sind nicht schuldig, weder im individuellen noch im kollektiven Sinne. Aber wir sind mit der Vergangenheit konfrontiert und haben Grund, für die Zukunft zu fürchten. Wir können unsere Verantwortung nicht wahrnehmen ohne Bewusstsein über unsere Vergangenheit. Auf jeden Fall aber besteht unsere Verantwortung ganz sicher darin, alles zu unterlassen, was auch nur im Geringsten Anlass geben könnte, antisemitischen Haltungen in der BRD Vorschub zu leisten.
Bei unserem Aufenthalt in Tamra wurden und werden wir mit den Problemen der Palästinenser konfrontiert. Sie leben in Israel auf ihrem heimatlichen Boden als Bürger zweiter Klasse. Durch die jüdische Kolonialisierung Palästinas sind 2,2 Millionen Bürger in alle Welt vertrieben worden.
Die "Politik der eisernen Faust" in den von Israel besetzten Gebieten bedeutet für die Betroffenen Deportation, wir würden Ausbürgerung sagen, und Enteignung palästinensischen Bodens.
Solidarität mit den berechtigten Forderungen des palästinensischen Volkes heißt für uns Stellung beziehen.
Wir unterstützen den Kampf der arabischen Minderheit in Israel um ihre volle Gleichberechtigung gegenüber den jüdischen Bürgern.
Zu den Voraussetzungen einer Friedenslösung in der Region gehört der Dialog und die gegenseitige Anerkennung zwischen dem jüdischen und dem palästinensischen Volk.
Das Eintreten des Landesjugendringes Bremen für das Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes und das Eintreten für einen unabhängigen palästinensischen Staat stehen nicht im Gegensatz zu dem Existenzrecht des jüdischen Staates.
Bei dem Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes geht es um mehr als um das bloße Heimatrecht von Palästinensern, es geht um die Anerkennung des Existenzrechtes eines palästinensischen Staates als politische Form der jeweiligen national-kulturellen Identität.
Ein notwendiger Schritt auf dem Weg einer Friedenslösung im jüdisch-palästinensischen Konflikt ist die Anerkennung der PLO als legitime Vertretung des palästinensischen Volkes durch die israelische Regierung.
Es ist nicht unsere Aufgabe, den Palästinensern und Juden ein Lösungskonzept vorzuschreiben.
Wir sind aber der Auffassung, dass ein dauerhafter Frieden im Nahen Osten nur verwirklicht werden kann, wenn sich aus der Konfrontation eine Kooperation der Völker in dieser Region entwickelt. Nur so können die politischen und sozialen Konflikte im Nahen Osten überwunden werden. Der Landesjugendring fühlt sich allen Gruppen und Personen verbunden, die für dieses Ziel eintreten.
Wir haben allerdings die Verantwortung, hier bei uns "Politik" zu machen. Wir sind herausgefordert, über die Unterdrückung des palästinensischen Volkes hier in der BRD aufzuklären. Die Palästinenser müssen ihren eigenen Kampf durchstehen. Es ist ihr Kampf, und sie haben das Recht dazu. Wir sind herausgefordert, dieses zum Politikum zu machen (daher auch unsere Jugendbegegnung mit der Gemeinde Tamra!).

Die Gemeinde Tamra


Die arabische Gemeinde Tamra in Israel


Diese arabische Kleinstadt hat 25000 Einwohner und liegt ca. 30 Minuten entfernt von Haifa und Akko. Wie hier in vielen Städten dieser Art sind ca. 70 % der Menschen unter 40 Jahre alt. Der Bürgermeister und der Gemeinderat wird direkt vom Volk für fünf Jahre gewählt. Er setzt sich aus fünf Parteien zusammen und hat angesichts der demographischen Zusammensetzung schwierige Aufgaben, die besonders in der Durchsetzung guter Bildungspolitik liegen. Er hat sich auch zum Ziel gesetzt, die hohe Arbeitslosenquote zu senken. Dieses soll durch gezielte Industrieansiedlung geschehen, die umweltfreundlich produziert. Auch die Weiterentwicklung des Tourismus und der Ausbau der landwirtschaftlichen Fläche wird angestrebt.

Der Bürgermeister von Tamra berichtete uns von den Diskriminierungen, die die arabische Bevölkerung seit 1948 erfährt. Während des Krieges wurden die umliegenden Dörfer zerstört und die Bewohner nach Tamra umgesiedelt. Bis heute haben die Vertriebenen kein Recht auf Rückforderungen. So haben arabische Gemeinden Milliarden von Schulden, da sie für die Entwicklung einer Stadt etwa nur 1/3 von dem für ihren Haushalt erhalten, was die israelischen Gemeinden und Städte bekommen. Der Bürgermeister klagte, dass Verträge, die ausgehandelt wurden zwischen den Israelis und Palästinensern, die wirtschaftliche und finanzielle Abkommen darstellen, von israelischer Seite nicht immer eingehalten werden.





Entwicklung der Partnerschaft:

Anfang der 90er Jahre löste sich der Landesjugendring Bremen e.V. und der dort angebundene Förderkreis Bremen - Tamra auf. Für die Weiterführung und Unterstützung der Partnerschaft mit der Gemeinde Tamra konnte das Bürgerhaus Hemelingen gewonnen werden und 1992 besuchte die erste Delegation aus Hemelingen die neue Partnerstadt Tamra. Beim Gegenbesuch der Delegation aus Tamra 1993 wurde zwischen dem Gemeinderat Tamra und dem Beirat Hemelingen ein Freundschaftsvertrag geschlossen. Bei dem Besuch der Delegation aus Tamra im Jahr 1997 verstarb der Bürgermeister von Tamra, Dr. Hisham Abu Rumi, in Bremen an den Folgen eines Herzinfarktes. Unter der Zuständigkeit des Bürgerhauses Hemelingen und des Beirates Hemelingen entwickelte sich der Austausch von einer Jugendbegegnung zum Austausch von Bürgern des Stadtteils Hemelingen und Bremens und dem Motto:

MEIN HAUS IST DEIN HAUS
DEIN HAUS IST MEIN HAUS



Omar Award, Leiter der Delegation aus Tamra


In der Praxis sieht das so aus, dass im jährlichen Wechsel jeweils eine Delegation Hemelinger und Bremer Bürger für 14 Tage die Partnerstadt besucht und die Delegationsmitglieder in den Familien in Tamra untergebracht werden. Im darauffolgendem Jahr kommt dann die Delegation aus Tamra für 14 Tage nach Bremen und die Delegationsmitglieder werden bei den Hemelinger und Bremer Familien, die im Vorjahr in Tamra waren, untergebracht. Auf diese Weise entsteht eine persönliche und freundschaftliche Beziehung von Mensch zu Mensch. Ein Vorteil dieser Unterbringungsform, man lebt in der Kultur des jeweils anderen und gewinnt einen konkreten Einblick in die gesellschaftlichen und sozialen Gegebenheiten der jeweiligen Gastfamilien. Von den jeweiligen Gastgebern wird ein politisches- (Besuch von Parteien, Initiativen und sozialen Einrichtungen), ein wirtschaftliches- (Besichtigung von Unternehmen) und ein touristisches- Programm durchgeführt. Da diese Form der Begegnung auch sehr preisgünstig ist, können daran auch Bürger teilnehmen die finanziell nicht so gut gestellt sind. Diese internationale Beziehung dient der Verbundenheit, der Toleranz und der Verständigung zwischen den Völkern. Solidarität mit den berechtigten Forderungen des palästinensischen Volkes heißt politisch Stellung zu beziehen. Das Bürgerhaus Hemelingen unterstützt den Friedensprozess und das Recht der arabischen Minderheit in Israel auf volle Gleichberechtigung gegenüber den jüdischen Bürgern. Wir haben die Verantwortung, hier bei uns "Politik" zu machen, das heißt über die Unterdrückung, die Missstände und die Ungleichbehandlung des palästinensischen Volkes in Israel hier zu informieren und aufzuklären. Um die Eindrücke dieses Austausches weit zu streuen, wird, im vorgenannten Rhythmus, die Delegation aus Hemelingen/Bremen immer wieder aus neuen Teilnehmern zusammengesetzt. Im März/April 2010 war die Delegation aus Hemelingen/Bremen in Tamra und vom 01.Juli bis 15.Juli 2011 erwarten wir unsere Freunde aus Tamra zum Gegenbesuch. Die nächste Hemelingen/Bremen Delegation wird während der Osterferien 2012 nach Tamra fahren. Interessenten für diesen Austausch können sich im Bürgerhaus Hemelingen melden.

Literaturthinweis zum Thema Benachteiligung der arabischen Minderheit in Israel:

Susan Nathan, "Sie schenckten mir Dornen".


Finanzierung

Der Austausch Tamra - Hemelingen/Bremen wird zum größten von den Teilnehmern selbst finanziert. Jeder Teilnehmer zahlt im Jahr der Reise nach Tamra für den Flug mit allem drum und dran ca. € 500,- . Für das Programm beim Gegenbesuch der Tamraner fällt dann im darauffolgenden Jahr noch einmal € 250,- an und natürlich die Unterbringung in der eigenen Wohnung.



Projekt Videoaustausch 2012


Der Filmaustausch zwischen Hemelingen und Tamra ist in die seit 1982 bestehende Partnerschaft „Mein Haus ist Dein Haus und mein Haus ist Dein Haus“ zwischen Bremen und Tamra eingebettet, die vom Bürgerhaus Hemelingen organisiert wird. Seit längerem steht die Frage im Raum, wie wieder mehr Jugendliche in die Partnerschaft eingebunden werden können. Wir hoffen, durch diesen Austausch zwischen Jugendlichen durch die Filme und der anschließenden Videokonferenz etwas in diese Richtung anzustoßen.

Tamragruppe
Die Schülergruppe aus Tamra setzt sich aus sechs fünfzehnjährigen Jugendlichen der Al-byan Comprehensive School- Tamra zusammen, die mit uns in ihren Frühlingsferien einen Film über ihr Leben in Tamra drehen. Tamra ist eine arabische Gemeinde in Israel in der Nähe von Haifa mit ca 27300 Einwohnern, die fast ausschließlich Araber sind. Ansprechpartner vor Ort ist für uns der Direktor der Schule Saleh Taha und die Englischlehrerin Suzanne shehadeh.
Tamravideo

Bremen-Hemelingen-Gruppe
Die Klasse 9r der Wilhelm Olbers Schule in Bremen/Hemelingen besteht aus 27 Schüler aus 8 Ländern- aus den USA, Marokko, Sebien, Polen, der Türkei, China, Russland und Deutschland. Die Interkulturalität in dieser Klasse spiegelt den kulturellen Reichtum Hemelingens wieder. Die Schüler haben einen kurzen Film über sich und ihren Stadtteil gedreht, um ihrer Partnergruppe aus Tamra/Israel etwas von sich zu erzählen. Klassenlehrer der 9r ist Herr Weber.
Video-Bremen-Hemelingen

© 2017 Buergerhaus-Hemelingen - Impressum - Kontakt - Interface - Besucher: 287202 - Klicks: 1229155 (Seit dem 26.05.2008)